Blogartikel: Leichtigkeit im Leben

Wir alle sehnen uns nach mehr Leichtigkeit. Nach dem Gefühl, frei atmen zu können, den Alltag gelassener zu meistern und unser Leben nicht als Last, sondern als Geschenk zu empfinden. Doch viele Menschen tragen tagtäglich eine Schwere mit sich, die sie müde, angespannt und ausgelaugt zurücklässt.

Woher kommt diese Schwere? Und noch wichtiger: Wie können wir uns Schritt für Schritt davon befreien?

In diesem Artikel möchte ich dir Impulse geben, wie du mehr Leichtigkeit in dein Leben bringst – gerade dann, wenn alte Prinzipien, Leistungsdenken und Perfektionsstreben dir das Leben schwer machen.

Die Wurzeln der Schwere: Liebe gegen Leistung

Viele von uns haben früh gelernt: „Ich werde geliebt, wenn ich etwas leiste.“Vielleicht gab es in deiner Kindheit Sätze wie:

  • Streng dich mehr an!“
  • Das hättest Du besser machen können!“
  • Gib Dir mehr Mühe!“

Diese Sätze brennen sich tief in unser Unterbewusstsein ein. Sie erschaffen das Muster, dass Liebe, Anerkennung und Zugehörigkeit nicht selbstverständlich sind, sondern erst verdient werden müssen.

So tragen wir als Erwachsene einen unsichtbaren Rucksack voller Prinzipien und „innerer Antreiber“ mit uns herum:

  • Ich darf keine Fehler machen.“
  • Ich muss immer stark sein.“
  • Ich darf keine Hilfe annehmen.“
  • Ich muss alles allein schaffen.“

Diese Prinzipien sind schwer. Sie engen ein. Und sie verhindern, dass wir das Leben mit Leichtigkeit, Vertrauen und Freude gestalten.

Perfektionismus – die unsichtbare Last

Ein weiterer großer Schwere-Erzeuger ist der Perfektionismus. Er klingt oft so edel: „Ich will es einfach richtig machen.“ Doch dahinter steckt die Angst, zu versagen oder nicht gut genug zu sein.

Perfektionismus kostet Kraft:

  • Wir überprüfen uns ständig.
  • Wir verschieben Dinge, weil sie „noch nicht perfekt“ sind.
  • Wir haben Schwierigkeiten, uns selbst anzuerkennen, weil immer etwas fehlt.

Das Tragische: Perfektionismus blockiert nicht nur Leichtigkeit, er blockiert auch Lebensfreude und Kreativität. Denn das Spielerische, das Unvollkommene, das Mutige entsteht nur, wenn wir uns erlauben, Fehler zu machen – so wie Kinder es tun.

Die Falle: Nicht delegieren können

Viele Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst haben, sind auch Meister:innen darin, alles allein tragen zu wollen. Sie denken:

  • Wenn ich es nicht mache, macht es keiner richtig.“
  • Es ist einfacher, es selbst zu tun, als zu erklären.“
  • Ich will niemandem zur Last fallen.“

Doch genau hier entsteht zusätzliche Schwere. Wer nie abgibt, nimmt sich selbst jede Entlastung. Es entsteht ein Kreislauf aus Überforderung, Erschöpfung und dem Gefühl, allein verantwortlich zu sein.

Wirkliche Leichtigkeit entsteht erst, wenn wir lernen, Aufgaben loszulassen, anderen zu vertrauen und zu erkennen: Es ist keine Schwäche, Hilfe anzunehmen – es ist Stärke.

Leichtigkeit ist eine innere Entscheidung

Die gute Nachricht: Leichtigkeit ist nichts, das wir im Außen mühsam suchen müssen. Sie beginnt in uns – in dem Moment, in dem wir die inneren Prinzipien hinterfragen und uns bewusst für einen neuen Blickwinkel entscheiden.

Eine einfache, aber kraftvolle Frage kann dabei dein Leben verändern:

Wie kann ich hier mehr Leichtigkeit hineinbringen?“

Du kannst sie dir stellen, wenn:

  • dir eine Aufgabe schwerfällt,
  • du vor einer wichtigen Entscheidung stehst,
  • du dich von Erwartungen überwältigt fühlst.

Vielleicht findest du eine spielerische Lösung. Vielleicht erkennst du, dass du „gut genug“ schon längst bist. Vielleicht entscheidest du, dass es auch leichter geht – wenn du dir Erlaubnis gibst.

Spielerisch wie ein Kind

Kinder sind Meister:innen der Leichtigkeit. Sie lachen über Kleinigkeiten, springen in Pfützen, bauen Sandburgen – und wenn die Welle sie zerstört, bauen sie eben eine neue.

Was wäre, wenn wir unser Leben öfter wie einen Spielplatz sehen würden?

  • Weniger als Pflicht, mehr als Möglichkeit.
  • Weniger als Kampf, mehr als Tanz.
  • Weniger als „richtig“ oder „falsch“, sondern als Erfahrung.

Wenn du dir erlaubst, das Spielerische zurückzuholen, wirst du spüren: Leichtigkeit ist kein Luxus. Sie ist deine wahre Natur.

Hypnose und Leichtigkeit

In meiner Arbeit als Hypnosetherapeutin erlebe ich immer wieder, wie tief diese Themen im Unterbewusstsein verankert sind. Die alten Sätze „Ich bin nur wertvoll, wenn ich leiste“ oder „Ich darf keine Schwäche zeigen“ sitzen nicht im Kopf, sondern im Gefühl.

Hypnose ermöglicht es, diese unbewussten Glaubenssätze zu erkennen und sanft zu lösen. Wir öffnen einen inneren Raum, in dem Vertrauen, Selbstwert und Leichtigkeit wieder Platz bekommen.

Die Veränderung, die daraus entsteht, ist nicht nur mental – sie ist spürbar: im Körper, im Atem, im ganzen Lebensgefühl.

Dein kleiner Leichtigkeits-Impuls

Vielleicht magst du es gleich ausprobieren. Schließe für einen Moment die Augen. Lege eine Hand auf dein Herz. Atme tief ein und aus. Und frage dich:

Wie kann ich jetzt, in diesem Moment, mehr Leichtigkeit in mein Leben einladen?“
Lass die Antwort nicht vom Kopf kommen. Spüre, welche Bilder, Gefühle oder Impulse auftauchen. Vielleicht ist es ein Lächeln, vielleicht ein Spaziergang, vielleicht die Entscheidung, etwas loszulassen.

Inspiration im Podcast

Wenn dich dieses Thema berührt, hör auch gern in meine aktuelle Podcastfolge hinein:

🎧 „Leichtigkeit statt Schwere – warum wir alte Prinzipien loslassen dürfen“ (erscheint am Sonntag).

Darin vertiefe ich genau diese Aspekte und gebe dir weitere Übungen, mit denen du Leichtigkeit im Alltag verankern kannst.
➡️ Hier findest Du die Folge: erscheint am 31.08.25

Fazit: Leichtigkeit ist lernbar

Leichtigkeit bedeutet nicht, dass wir keine Herausforderungen mehr haben. Es bedeutet, dass wir uns erlauben, mit ihnen anders umzugehen.

Statt Prinzipien und Leistungsdruck unser Leben bestimmen zu lassen, dürfen wir uns selbst die Freiheit schenken, auch mal unvollkommen zu sein. Statt alles allein zu tragen, dürfen wir Hilfe annehmen. Statt Schwere zu kultivieren, dürfen wir immer wieder fragen:

Wie kann ich das leichter machen?“

Je öfter du diese Perspektive einübst, desto natürlicher wird Leichtigkeit ein Teil deines Lebens. Und irgendwann stellst du fest: Sie war nie weg – sie hat nur auf dich gewartet.

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